Automatisiert füttern - Hochsilos im Milchviehbetrieb: Keine Zeit zum Schlepperfahren
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Gut zu wissen
- Durch die Kombination aus Hochsilo und Fütterungsroboter spart der Landwirt täglich viel Zeit und teuren Diesel.
- Für einen reibungslosen Betrieb von Hochsilos kann eine gewisse Technikbegeisterung und Improvisationsgeschick nicht schaden.
Tatsächlich hat Beerhalter — anders als seine Frau Lisa — den Beruf des Landwirts nicht erlernt. Als Steuerfachmann wohl aber das Rechnen und Kalkulieren: Seine 90 Melkenden stehen zusammen mit der Nachzucht in einem Stall von 1996. Trotz des alten Gebäudes liefert jedes Tier 40 kg Milch am Tag bzw. gut 13 000 kg im Jahr.
Gemolken wird in einem Swing-Over-Melkstand mit 36 Plätzen von 2018. „Während des einstündigen Melkens erledigen wir auch gleich die Tierkontrolle. Bewusst haben wir uns deshalb gegen ein automatisches System entschieden.“ Anders beim Füttern: „Der 2015 für 65 000 Euro installierte Fütterungsroboter war nicht nur viel günstiger als ein Melkroboter. Er spart mit Blick auf meinen Beruf vor allem Zeit. Und die störungsfrei arbeitende Technik verhilft uns zu gesunden und leistungsstarken Tieren“, begründet der Landwirt seine Entscheidung.
Milchviehfütterung: Platz für 70 ha Mais
Der zweite und dritte Schnitt lagert in einem dritten, 660 m3 großen Holzsilo von 1983. Ebenfalls aus Holz sind die zwei 2017 gebraucht gekauften, jeweils 250 m3 großen Silos zum Einsilieren von 40 ha Feuchtmaismehl ohne Spindel.
Das Befüllen der Silos erfolgt mit einem Himel-Wurfgebläse aus den 1980er Jahren. Vor mehr als 20 Jahren wurde das Gebläse noch von einem Elektromotor mit 25 PS angetrieben, später gab es einen Motor mit 50 PS. Inzwischen hängt Beerhalter seinen Case IH Magnum mit 280 PS davor. Seitdem stimmt die Leistung, und es gibt keine Probleme mehr mit verstopften Rohren. 50 ha Gras schickt er so in zwölf Stunden ins Silo. Beim Mais sind es 30 ha am Tag.
Gehäckselt wird mit einem eigenen Claas Jaguar 870 und drei Kippern mit jeweils 22 m3 Volumen. „Das Entladen eines Kippers dauert gerade einmal fünf Minuten“, beschreibt Beerhalter den Ablauf beim Silieren.
Tüfteln erwünscht
„Natürlich war der Bunker erst zu Erntebeginn fertig, so dass zum Lackieren keine Zeit blieb. Irgendwann hole ich das nach. Oder ich verkaufe den hier so und baue einen neuen“, kommentiert er mit einem leichten Grinsen den Vintage-Stil der zuverlässig funktionierenden Bunkeranlage.
Gebrauchte Oben-Entnahme
Hoch die Leiter heißt es dann wieder, wenn der Tag des Öffnens eines der vier Silos gekommen ist. „Das sind die Tage, an denen ich für 20 Minuten oben auf dem Silo sitze und mir unsere schöne Gegend anschaue — während unter mir die Gärgase aus der geöffneten Luke mit einem sichtbaren Flimmern aus dem Lager nach unten fallen“, führt Beerhalter weiter aus.
Nachdem sprichwörtlich die Luft rein ist, folgt der Einbau der Silofräse. Diese fährt in langsamer Schrittgeschwindigkeit kontinuierlich im Kreis und kratzt dabei Futter zur Mitte des Silos. Von hier aus wird es dann von dem Gebläse auf dem Silodach abgesaugt und über Rohre zum Fütterungsroboter in die Scheune geblasen. „Es gibt zwar auch die Möglichkeit der Unten-Entnahme. Der Gedanke, dass bei einer Störung tausend Tonnen Futter über mir einstürzen könnten, gefiel mir aber noch nie. Ich klettere lieber einmal mehr die Leiter hoch“, begründet er seine Entscheidung für die Oben-Entnahme. Dass er mit seinem System vor dem Einsilieren erst die ganze Technik entnehmen muss, stört den findigen Landwirt kaum. Auch deshalb, weil das Entnehmen der Silofräse bei einem vollständig entleerten Silo zu Beerhalters leichtesten Übungen zählt.
Übrigens: Wie bei der 1983 gefertigten Silofräse vom Typ UF1 des Herstellers Taurus setzt der Landwirt auch bei der Entnahme einmal mehr auf gebrauchte Technik. „Einmal im Jahr müssen die Fräsmesser getauscht und bei sinkendem Silofüllstand rechtzeitig ein zusätzliches Gebläserohr eingesetzt werden — wenn man dies weiß und im Alltag beherzigt, hat man bei meinem System keine nennenswerten Probleme“, weiß er zu berichten.
Dass die Fräse in einer Minute nur 100 kg Mais und nur 60 kg Gras fördert, stört ihn nicht. „Der Fütterungsroboter hat ja für seine insgesamt 15 Fütterungsintervalle am Tag reichlich Zeit, da ist die Entnahmeleistung nicht wirklich entscheidend“, erklärt uns der zweifache Familienvater.
Die Kosten
„Weil ich aber — angefangen vom Abdecken bis zum täglichen Mischen und Füttern — mit dem Fahrsilo mehr Arbeit habe und neben Sprit vor allem Zeit verliere, ist das Hochsilo für mich trotz höherer Investitionskosten wirtschaftlicher als das Fahrsilo“, gibt der auf Finanzen spezialisierte Landwirt uns am Ende als Gedanken mit auf dem Weg.
Fazit
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