Universaldrillmaschine Lemken Solitair DT/900: Mehr Arbeitsbreite geht nicht…
…mit klassischen Maschinenkonzepten unter Einhaltung der Straßenverkehrsordnung. Wir zeigen, wie Lemken die neue Solitair DT mit 9 m Arbeitsbreite aufbaut und zusammenfaltet.
Auf eine Solitair mit einer Arbeitsbreite von 9 m haben Großbetriebe gewartet. Nachdem wir Ihnen die DT-Baureihe bereits in profi 2/2022 vorgestellt haben, erfahren Sie hier alles Wichtige zum Serienupgrade nach oben.
Wie für die kleinen Geschwister mit 4 und 6 m Arbeitsbreite gibt es zwei unterschiedlich lange Deichseln. Eine für bis zu 3 m Schlepperbreite und eine für bis zu 4 m. Je nach Schlepper sind damit Lenkeinschläge bis zu 90° möglich. Die Kopplung erfolgt per K80-Kugel, Zugöse oder Dreipunktgestänge. Mit der Drei- statt Zweipunktkopplung am Hubwerk verringert Lemken eine Übertragung von vertikalen Kräften auf den Drehpunkt zwischen Anbaubock und Deichsel.
Neben dem Isobus-Stecker, den Bremsschläuchen und dem Beleuchtungskabel muss man ein ew-Steuergerät mit drucklosem Rücklauf sowie ein dw-Ventil für die Hydraulikfunktionen der Maschine vorhalten. Für die vollhydraulische Tiefeneinstellung der Bodenbearbeitungs-Werkzeuge als Option benötigt man ein weiteres dw-Steuergerät. Im Feld kommt die Drille mit 35 l Öl pro Minute für das Gebläse aus.
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Neben dem Isobus-Stecker, den Bremsschläuchen und dem Beleuchtungskabel muss man ein ew-Steuergerät mit drucklosem Rücklauf sowie ein dw-Ventil für die Hydraulikfunktionen der Maschine vorhalten. Für die vollhydraulische Tiefeneinstellung der Bodenbearbeitungs-Werkzeuge als Option benötigt man ein weiteres dw-Steuergerät. Im Feld kommt die Drille mit 35 l Öl pro Minute für das Gebläse aus.
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Vor dem Scheibenfeld ist Bauraum für einen Reifenpacker oder ein Planierzinkenfeld vorgesehen. Ohne Reifenpacker führen außen je zwei Räder die Scheibenfelder in der Tiefe. Hinter der zweireihigen Scheibenegge lässt sich eine separate Scharschiene z. B. für die Düngerablage integrieren. Der Strichabstand ist auf jedes zweite Säschar abgestimmt. Den Schardruck für diese Doppelscheibenschare gibt Lemken mit bis zu 150 kg an, als maximale Ablagetiefe sind 13 cm möglich.
Weitere Zusatzwerkzeuge wie eine Trapezscheibenwalze mit 420 mm Durchmesser oder ein Striegel hinter dem Reifenpacker sind wie bei den kleinen Geschwistern auch erhältlich. Zur Bodenbearbeitung gibt es Wellscheiben oder die von uns eingesetzten gezackten Hohlscheiben. Außen und hinter den Schlepperrädern kann man die Eingriffstiefe separat einstellen.
Druck- oder Injektortank
Den Saattank hat Lemken im Vergleich zur 6-m-Solitair DT nicht verändert. Wahlweise gibt es diesen als Einzel- (4.400 l) oder Doppel-Drucktank (2.040 oder 3.060 l). Unter jedem Trichter sind vier einzeln elektrisch angetriebene Dosieraggregate integriert, die das Saatgut oder den Dünger auf vier Förderstrecken und Verteilerköpfe aufteilen. Sobald die Dünger-Scharschiene mitbestellt ist, dosiert der vordere Tank dorthin, und das Saatgut aus dem hinteren Tank gelangt zur Säschiene. An einer Umschaltmöglichkeit arbeitet Lemken noch.
In der gefahrenen Ausstattung darf die Maschine noch knapp 2,4 t im Doppeltank mitführen — sehr gut.
(Bildquelle: Schulz)
Jedes der vier Dosieraggregate pro Tank beschickt eine separate Förderstrecke.
(Bildquelle: Schulz)
Zusätzlich lässt sich die neue MultiHub-Säeinheit mit 500 l auf der Deichsel montieren. Wahlweise kann das Saatgut daraus über die Säschiene oder ab 2025 auch über eigene Verteilstränge und z. B. über Prallteller ausgebracht werden.
Bekanntes Scharsystem bei der Universaldrillmaschine Lemken Solitair DT/900
Beim Scharsystem bleibt es bei den parallelogrammgeführten Doppelscheibenscharen OptiDisc M und H mit nachlaufenden Druckrollen. Die Version M ist mit einer manuellen Schardruckverstellung bis 45 kg versehen, die von uns eingesetzte H-Variante mit einer hydraulischen Justierung bis 70 kg. Bei den Reihenweiten lässt sich zwischen 12,5 und 16,7 cm wählen. Die Saattiefe wird am Mittelteil und an beiden Klappsegmenten mit je zwei Rändelschrauben und Skala einstellt — eine Zentral- oder Fernverstellung gibt es nicht.
Für den Bodenschluss vor den parallelogrammgeführten Doppelscheibenscharen sorgt der Reifenpacker. Dieser besitzt einzeln aufgehängte Räder mit 10 cm Versatz zueinander in Fahrtrichtung. Jedes Rad läuft bei 12,5 cm Reihenabstand vor vier Säreihen (bei 16,7 cm drei). Des Weiteren kann der Boden über eine Trapezscheibenwalze aus Kunststoff gezielt vor jedem Schar rückverfestigt werden.
Kette verbindet Hauptrahmen
Um die Kräfte der Seitenteile in den Hauptrahmen einzuleiten, nutzt Lemken eine Kette als diagonale Verstrebung über dem Scheibenfeld. Nach dem Ausklappen wird diese Kette hydraulisch über die Ölversorgung des Gebläses vorgespannt. Fällt der Druck ab, liegt die Kette auf dem Scheibenfeld auf.
Kommen wir zum Klappen: Damit die Seitenteile hierbei nicht mit dem feststehenden Mittelsegment kollidieren, verschiebt Lemken die äußeren Scharschienen zuvor wenige Zentimeter nach außen. Hierzu ist je Seite ein liegender Hydraulikzylinder zwischen den Parallelogrammschwingen integriert. Inwiefern die Lagerungen diesen Vorgang langfristig aushalten, wird sich zeigen. Immerhin werden die eingeklappten Seitenteile so auch beim Straßenverkehr entgegen der Schwerkraft vorgespannt.
Der Klappvorgang ist per automatischer Folgesteuerung simpel gelöst. Im Isobus-Terminal kann man den einzelnen Schritten gut folgen. Zwischenzeitlich muss man die Ölflussrichtung vom Steuergerät umkehren, was passend erläutert ist.
In einem Staufach ist z. B. Platz für die farblich gekennzeichneten Austauschsärotoren.
(Bildquelle: Schulz)
Ein Frontreifenpacker hilft unter anderem bei der gleichmäßigen Tiefenführung.
(Bildquelle: Schulz)
Leitblech und Trittstufe muss man vor dem Einklappen der Maschine hochschwenken.
(Bildquelle: Schulz)
Vor dem Klappen schiebt der Hydraulikzylinder die Seitenelemente nach außen.
(Bildquelle: Schulz)
Vor den Doppelscheibenscharen ist Platz für die optionale Trapezscheibenwalze.
(Bildquelle: Schulz)
An Gewicht bringt die Solitair in der eingesetzten Ausstattung 14.105 kg auf die Waage. Für Straßenfahrten bis 30 km/h darf sie trotzdem noch 2.395 kg zuladen — eine nützliche Besonderheit.
Preislich startet die 9-m-DT mit langer Deichsel, Staufach und Druckluftbremse bei gut 224.000 Euro. An der eingesetzten Drille waren der Frontpacker (23.140 Euro), der Doppeltank (13.200 Euro), die Fahrgassenschaltung und die Kornflussüberwachung (6.800 Euro) sowie die Düngerscharschiene (38.900 Euro) montiert. Mit dem Reifenpacker (23.100 Euro) und der reihenverdichtenden Trapezscheibenwalze (18.450 Euro) klettert der Listenpreis dann auf 344.000 Euro ohne MwSt.!
Alles Weitere in Kürze
Am Vorgewende heben die einzelnen Segmente zeitverzögert aus, die Seitenelemente liften leicht an.
Im Feld können die Seitenfelder um 3° nach oben und unten der Kontur folgen.
Beim Straßentransport läuft die Maschine auf sechs Rädern. Die zwei mittleren werden hydraulisch belastet und übernehmen 2,5 t Maschinengewicht.
Durch das Reifen-Offset und einen Zusatzversatz der mittleren Räder gilt das Fahrwerk als Dreifachachse. Zulassungstechnisch dürfen so 13,5 t auf dem Fahrwerk lasten. Bei weiteren 3 t auf dem Hubwerk ergeben sich 16,5 t Nutzlast.
Durch die vier Förderstrecken und Verteilerköpfe ist eine Teilbreitenschaltung mit 2,25-m-Sektionen möglich. Eine Einzelreihenschaltung gibt es nicht.
Der Einzelstriegel mit fünf Druckstufen ist optional lieferbar.
Bei wechselnden Fahrgassensystemen muss man die Patronen in den Verteilerköpfen tauschen.
Man kann die Maschine einseitig klappen.
Optional gibt es eine Befüllschnecke.
Pro Tank ist ein von außen verstellbarer Füllstandsensor integriert. Leermelder in den Dosiergeräten folgen noch.
Optionale Leitbleche und eine seitliche Trittstufe muss man vor dem Einklappen bzw. für Straßenfahrten hochschwenken.
Erstmals bietet Lemken eine 9 m breite Universaldrillmaschine mit passiver Bodenbearbeitung an. Trotz der Herausforderungen für Geräteklappung, der Gesamtlänge und des Maschinengewichts stehen alle Optionen — wie zum Beispiel die separate Trapezscheibenwalze vor der Säschiene — zur Auswahl.