Presswickel-Kombination Kuhn VBP 7190 OC 23: Eine für alles
Kuhn stellt neue Presswickel-Kombinationen vor, die auf den variablen Rundballenpressen der VB 7100-Serie basieren. Wir haben uns eine VBP 7190 im letzten Schnitt angeschaut.
Genau wie die Solo-Pressen gibt es auch die Kombinationen in zwei Ausführungen: als VBP 7160 mit Ballendurchmessern von 0,80 bis 1,60 m und als VBP 7190 mit 0,80 bis 1,85 m Durchmesse. Der wickelbare Durchmesser reicht von 1 bis 1,60 m.
(Quelle: profi)
Bewährte Presskammer
Vier Riemen und drei Walzen bilden die Presskammer, die bereits im Praxistest der Solo-Presse (profi 6/2021) einen guten Eindruck gemacht hat. Weil sie beim Start des Ballens nur ein kleines Dreieck bildet, ist erstens ein sicherer Ballenstart gewährleistet, und zweitens wird das Erntegut nahezu von Beginn an verdichtet.
Da zwei Walzen für den Antrieb der Riemen sorgen, stellen auch extrem schwere und nasse Erntegüter keine Hürde für die Maschine dar. Für eine Säuberung der Presswalzen sieht Kuhn aktive Abstreifer vor. Auch das i-Dense-Druckregelsystem ist aus dem Praxistest bekannt: Basierend auf den kontinuierlichen Messungen des Feuchtesensors passt sich der Pressdruck mit zwei Spannarmen automatisch an die Bedingungen an.
Der Einzug startet mit der 2,30 m breiten Pickup, die über fünf gesteuerte Zinkenreihen verfügt. Der massive Rollenniederhalter soll die Schwaden vorverdichten. Seitlich sorgt je eine Schnecke direkt auf dem Integralrotor mit drei Sternen dafür, dass das Futter zugeführt wird. Serienmäßig gibt es 14 Messer, auf Wunsch sind 23 Messer (Aufpreis 4 760 Euro, alle Preise ohne Mehrwertsteuer) lieferbar.
Folienbindung Twin-Reel
Zum Binden des Ballens steht serienmäßig eine bewährte Netzbindung zur Verfügung. Aber Kuhn bietet auch eine kombinierte Bindeeinheit (13 060 Euro) für Netz oder Folie an. Wobei Folie hier präzisiert werden muss: Kuhn bindet mit zwei herkömmlichen 750-mm-Wickelfolienrollen. Gegenüber der üblichen Mantelfolie argumentiert Kuhn mit gut einem Drittel Kostenersparnis und weniger Wechselzyklen. Außerdem braucht nur eine Folienart gekauft werden, weil zum Binden und Wickeln die gleiche Sorte zum Einsatz kommt.
Für den Wechsel zwischen den beiden Bindungen wählt man im Bedienterminal die gewünschte Bindung vor und legt am Antrieb der Bindung den Riemen auf eine andere Riemenscheibe um. Das ist werkzeuglos mit wenigen Handgriffen erledigt.
In der Warteposition stehen die beiden Folienrollen senkrecht. Ist die Folie angenommen, schwenken sie um 90 Grad und liegen waagerecht, bis die gewünschte Zahl an Lagen um den Ballen erreicht ist. Danach schwenken sie wieder senkrecht und es bildet sich automatisch ein Zopf, der anschließend abgeschnitten und für den nächsten Bindestart festgehalten wird.
Bei unserem Einsatz in sehr kurzer und nasser Herbstsilage hat die Twin-Reel-Bindung einwandfrei funktioniert.
Mit dem Doppelarm wird der gebundene Ballen schnell und zuverlässig an den Wickeltisch übergeben. Ohne weitere Anpassungen kann das Intelliwrap-System Ballen von 1 bis 1,60 m mit jeder gewünschten (auch ungeraden) Zahl von Lagen wickeln. Für knapp 6 000 Euro Aufpreis gibt es auf Wunsch auch an dieser Maschine das 3D-Wickelsystem: Zu Beginn des Wickelns schwenken die Vorstrecker in die Waagerechte und legen Folienlagen auf die Ballenkante. Danach stretchen die Vorstrecker den Ballen zügig ein, während er auf vier breiten Riemen lagert und von diesen gedreht wird.
Damit die Maschine auch wirklich Ballen von 1,85 m Durchmesser pressen kann, hat Kuhn eine Lösung konstruiert, über die der gesamte Wickler nach oben geschwenkt werden kann. Hydraulisch hebt sich der Wickler bei Bedarf um 30 cm an und macht Platz für Ballen mit maximalem Durchmesser. Der Tisch bleibt dagegen unverändert in Aktion, so dass auch eine Doppelablage von großen Ballen möglich ist.
Der Wickler lässt sich hydraulisch hochschwenken, damit Ballen mit maximalem Durchmesser schnell und störungsfrei passieren können.
(Bildquelle: Brüse)
Alle hydraulischen Funktionen können von diesem Kasten aus manuell bedient werden.
(Bildquelle: Brüse)
Im Einsatz
Wir haben feuchtes Futter des vierten Schnitts mit der VBP 7190 gepresst. Wie schon im Praxistest hat sich der Einzug auch dieses Mal kapazitätsstark gezeigt, so dass wir bei mäßigem Aufwuchs sehr zügig fahren konnten. Die Kammer startet den Ballen zuverlässig und schafft es bei entsprechender Fahrweise und ordentlichen Schwaden, einen zylindrischen Ballen zu formen.
Die Folienbindung leistete sich in unserem Einsatz keine Fehler. Kuhn verspricht diese Einsatzsicherheit auch bei hohen Temperaturen und unter verschiedensten Bedingungen im gesamten Jahr. Der Wickler arbeitet zügig und soll selbst bei massereichen Aufwüchsen fertig sein, bevor der nächste Ballen aus der Kammer kommt.