Die neuen Impress-Maschinen sind am Design zu erkennen. Nach wie vor gibt es Festkammer- sowie Riemenpressen, jeweils auch als Presswickelkombination. Wir haben mit der Impress 3190 VC Pro Eindrücke gesammelt.
Pöttinger-Presswickelkombination Impress 3190 VC Pro: Neue Bindeeinheit
Pöttinger hat die Bindung der Pressen optimiert. Serienmäßig gibt es eine Netzbindung, optional sind zwei Bindungen verfügbar: eine Einheit mit einer Bremse für Netz- oder Mantelfolie (knapp 6 000 Euro Aufpreis, alle Preise ohne MwSt.). Oder zwei Einheiten mit zwei Rollenbremsen für Netz und Mantelfolie (gut 9 000 Euro Aufpreis), dann braucht man nach dem Einlegen der Rollen im Terminal nur umschalten, um die gewünschte Bindung um den Ballen zu legen.
Zu der neuen Aufnahme gehören zwei Rollen, auf denen Netz bzw. Folie liegen. Das erübrigt die Fixierung über den Rollenkern. Als neue Netzbremse ist ein hydraulisches System installiert, dass stets die gleiche Vorspannung sicherstellt. Eine schwenkbare Beladehilfe für die schweren Rollen erhöht den Komfort für den Fahrer.
Für die Kraftübertragung vom Schlepper gibt es eine neue Gelenkwelle von Bondioli und Pavesi, die mit einer maschinenseitigen Kettenschutzhalterung ausgerüstet ist.
Zur Schonung des Antriebs soll eine Sperrklinkenkupplung im Antriebszahnrad des Rotors dienen. Bei Traktoren mit abrupter Zapfwellenschaltung ist so ein Freilauf des Antriebs möglich. Für die Pickup hat Pöttinger eine nützliche Automatik entwickelt: Sie hebt die Pickup bei Rückwärtsfahrt automatisch aus (schlepperseitiges ISO-Bus-Signal erforderlich).
Die Bindeeinheit wurde weiterentwickelt, Details wie der Folienabschneider oder die Druckluftschlauch-Haspel erleichtern die Arbeit.
(Bildquelle: Brüse)
(Bildquelle: Brüse)
Variable Kammer
Die Lager der Walzen und Umlenkrollen haben zugelegt, so dass der maximale Pressdruck um bis zu 20 % höher liegt als früher.
Neu ist auch ein optionaler Feuchtigkeitssensor, der den aktuellen Wert auf dem Terminal ausgibt. Seitlich am hinteren Kammerbereich installiert Pöttinger nun Schutzplanen, die Bröckelverluste beim Öffnen der Kammer nach unten leiten, so dass sie nicht auf der Maschine liegen bleiben. Die seitlichen Folienmagazine haben ebenfalls eine Überarbeitung erfahren und bieten nun auf jeder Seite Platz für entweder acht Folienrollen oder sechs Folienrollen plus einer Mantelfolienrolle.
Die Wickeleinheit verfügt jetzt über neue, leichtere Vorstrecker mit einem neuen Sicherheitsbügel. Zugleich hat Pöttinger die Folienhalter verbessert. Zusätzlich gibt es eine neue Klemme zum Fixieren des Folienendes beim Rollenwechsel.
Zwei Drehfunktionen runden das Bild des Wicklers ab: Vor dem Wickelstart kann der Ballen weiter gedreht werden, um lose Mantelfolienreste anzudrücken. Nach dem Wickeln lässt sich der Ballen ebenfalls weiterdrehen, um Wickelfolienreste nach dem Abschneiden anzukleben.
Mehr Komfort
Mit dem Update der Pressen gibt es die ebenfalls neue PowerControl 3-Bedienung. Sie ermöglicht eine intuitive Steuerung über acht mit Piktogrammen bedruckte Folientasten. Eine Griffleiste gibt Halt für die Bedienung. Die Maschineneinstellung ist über das 5 Zoll große Touchdisplay möglich.
Die Bedienung gibt dem Fahrer auch Hinweise zu Wartungsintervallen, bei jedem Neustart kommt eine kurze Erinnerung. Ein neues Kamerasystem mit teilbarem 10-Zoll-Monitor und Farbkameras sowie LED-
Beleuchtungspakete unter den Klappen, am Einzug und am Wickler runden das Komfortangebot für den Fahrer ab.
Pöttinger hat vor allem den Komforts der Impress-Maschinen weiterentwickelt. Viele kleine Details erleichtern dem Fahrer die Bedienung, Überwachung und Wartung. Aber auch am maximal möglichen Pressdruck hat Pöttinger gearbeitet. Das Schneidwerk mit 32 Messern sowie der Rotor blieben unverändert.
Bei der Arbeit zahlen sich die Verbesserungen aus. Freude bereitet vor allem die Bedienung PowerControl 3. Aber auch kleine Details wie den Folienabschneider oder das automatisierte Anheben der Pickup an der Bindeeinheit werden Impress-Fahrer schätzen lernen. Allerdings hat das Ganze auch seinen Preis: Für die eingesetzte Maschine hat Pöttinger eine Preisvorstellung von stolzen 180 790 Euro.