Einsatzbericht: Elkom Stallbeleuchtung Lufolight mit Natur-Dynamik
Mit Natur-Dynamikleuchten von Elkom beginnt und endet der Tag im Milchviehstall sanft mit einem Dämmerlicht. Erfahren Sie mehr zur Funktion der neuen Technik.
Schon wenige Sterne am Nachthimmel reichen Kühen für gutes Sehen aus (profi 10/2021). Womit unsere Rinder aber ganz und gar nicht klar kommen ist ein kontrastreiches Umfeld — zum Beispiel durch einen abrupten Lichtwechsel beim Gang aus dem hellen Melkstand hinein in einen dunklen Treibgang. Grund dafür ist, dass die Augen der Tiere deutlich mehr Zeit als die des Menschen benötigen, um sich auf neue Lichtverhältnisse einzustellen. Dies ist meist auch die Erklärung dafür, warum Kühe ab und an scheinbar grundlos stehen bleiben und sich erst nach einer gewissen Zeit wieder von der Stelle bewegen.
Davon abgeleitet empfehlen Wissenschaftler wie Dr. Daniel Werner vom Versuchs- und Bildungszentrum Haus Düsse, das Licht im Stall am besten immer schon eine halbe Stunde vor dem Melken anzuschalten. Die Tiere haben so ausreichend Zeit, sich an das hellere Licht des neuen „Arbeitstages“ zu gewöhnen.
Elkom Stallbeleuchtung: Die Natur als Vorbild
Nun kann man zum Anschalten des Lichts jeden Morgen eine halbe Stunde früher aufstehen. Erledigen lässt sich diese Aufgabe auch mit Technik per Zeitschaltuhr. Die Firma Elkom aus Kassel setzt dem Ganzen eins drauf: Der Hersteller kombiniert seine Steuerung und Leuchten so, dass sie nach dem Vorbild der Natur im Stall täglich einen Sonnenauf- und Sonnenuntergang simulieren. Neben der Beleuchtungsstärke mit maximal 200 Lux verändert die Technik während der halbstündigen Prozedur auch die Lichtfarbe. Für die Tiere verspricht die Technik weniger Stress sowie biologische Effekte wie höhere Milchleistungen oder gar eine längere Nutzungsdauer.
Konkret beginnt mit einer Natur-Dynamikbeleuchtung der Tag mit einem warmweißen Dämmerlicht von 3000 Kelvin. Dabei ist das Licht stark gedimmt, weshalb nur ein Teil der installierten LED in Aktion sind. Nach einer Viertelstunde wechselt mit 4000 Kelvin die Lichtfarbe auf neutralweiß. Nach einer weiteren Viertelstunde beginnt die Tag-Phase. Die warmweißen LED in den Elkom-Leuchten gehen dafür komplett außer Betrieb, parallel leuchten die anderen LED der Leuchten in voller Stärke in einer dem Tageslicht ähnlichen Lichtfarbe von 6 500 Kelvin.
Am Abend wiederholt sich die Prozedur in umgekehrter Reihenfolge. Nachts sind dann bis auf ein paar kleine LED alle weiteren Lichtquellen außer Betrieb. Die Beleuchtungsstärke ist so gewählt, dass sowohl für den Landwirt als auch fürs Tier das Licht zur Orientierung ausreicht.
Sofern im Notfall schnell Licht benötigt wird, kann per Schalter die Automatikfunktion deaktiviert werden. Mit der Betätigung eines weiteren Schalters geht das Licht in der Abkalbebox an. Die Planungen von Elkom sehen für diesen Bereich Beleuchtungsstärken von 300 bis 500 Lux vor. Eingriffe wie ein Kaiserschnitt sind so in der Regel ohne weitere Leuchtmittel möglich.
Guten Morgen Mädels! — Nach der Dunkelphase in der Nacht weckt die Technik die Kühe im Stall mit einem sanften, rötlich schimmernden Dämmerlicht.
(Bildquelle: Tovornik)
Bei einer Lichtfarbe von nur 3 000 Kelvin steigert — wie bei einer aufgehender Sonne — die Technik in den ersten 15 Minuten die Beleuchtungsstärke kontinuierlich.
(Bildquelle: Tovornik)
Steuerung: Analog oder intelligent
Basis der Naturdynamik-Stallbeleuchtung von Elkom ist die analoge Lufolight-Steuerung LM3. Über eine einfache, manuelle Zeitschaltuhr kann hier der Landwirt festlegen, wann morgens und abends das Licht an- und ausgeht. Der Nachteil dieser Steuerung: Der Landwirt muss in Abhängigkeit von der Jahreszeit und Helligkeit des Sonnenlichts das Kunstlicht zwischendurch manuell ein- und ausschalten.
Wer möchte, dass hier in Abhängigkeit von Stärke und Länge des Tageslichts die Leuchten im Stall automatisch an- und ausgehen, dem bietet der Hersteller mit der Steuerung LM6 eine deutlich komfortablere und stromsparendere Variante an. Zudem bietet die LM6 die Möglichkeit einer Fernbedienung. Damit kann der Landwirt vom Schlepper oder Wohnzimmer aus das Licht im Stall, in der Abkalbebox oder im Hofraum ein- und ausschalten.
Die Preise
Elkom liefert seine Lufolight-Leuchten mit Natur-Dynamik vormontiert und anschlussfertig aus. Einfach gesprochen muss so der Elektriker die Leuchten lediglich noch in einer wasserdichten Verbindungsdose verdrahten. Der Montageaufwand vor Ort ist dadurch gegenüber herkömmlichen Leuchtstoffröhren deutlich reduziert.
Die Höhe der Kosten einer Natur-Dynamikstallbeleuchtung lässt sich anhand eines Beispiels aus der Praxis am besten erklären: Im Falle eines 21 x 70 m großen Milchviehstalls für 80 Kühe und Nachzucht stand auf der Rechnung des Landwirts ohne Mehrwertsteuer ein Betrag von 16 000 Euro. Im Preis enthalten sind neben der Stallbeleuchtung auch das Licht für den Wartehof, für den Gruppenmelkstand sowie für den Hofraum. Bei der Lichtsteuerung entschied sich der Landwirt für das einfache und günstigere Modell LM3.
Basis der Kalkulation ist neben der Natur-Dynamiksteuerung eine Beleuchtungsstärke von 190 Lux im Stallbereich, 300 bis 500 Lux in der Abkalbebox sowie 600 Lux im Melkstand (gemessen auf Kopfhöhe des Melkers).
15 Minuten nach Beginn der Dämmerungsphase schaltet die Steuerung die Lichtfarbe bei halber Beleuchtungsstärke von warmweiß (3 000 Kelvin) auf neutralweiß (4 000 Kelvin) um.
(Bildquelle: Tovornik)
In der Tagaktiv-Phase misst das Licht ca. 190 Lux, die Lichtfarbe ganze 6 500 Kelvin.
(Bildquelle: Tovornik)
Für die Natur-Dynamik- beleuchtung verfügen die Lufolight-Leuchten von Elkom über unterschiedliche, in mehreren Lichtfarben leuchtende LED-Segmente.
(Bildquelle: Tovornik)
(Bildquelle: Tovornik)
Fazit
Kühe haben extreme Schwierigkeiten mit einem abrupten Wechsel der Lichtverhältnisse. Weniger Stress für die Tiere durch eine gleichmäßige Anpassung der Stallbeleuchtung versprechen die Lufolight-Leuchten von Elkom mit Natur-Dynamik.