Tipps zur Traktorballastierung: Dicke Brocken für schwere Jungs
Egal ob zur Verbesserung der Traktion auf dem Acker oder für eine ruhige Straßenlage mit Anhänger: Eine optimale Gewichtsverteilung bringt viele Vorteile.
Ob Frontgewicht, Radgewicht oder Heckgewicht, ein Schlepper sollte in jeder Situation gut ausbalanciert sein. Bei der täglichen Arbeit steht zudem der praktische Nutzen eines Gewichts sowie die schnelle Montage und Demontage im Vordergrund. Dies zeigen die vielen Einsendungen unserer Leser von der umgenutzten Waggonachse bis hin zum Hightech-Gewicht mit Zapfwellendurchtrieb. Haben Sie auch pfiffige Ideen zu kommenden Tuning-Themen, dann senden Sie uns diese per Mail an redaktion@profi.de.
Zum Silagewalzen baute Andreas Cutt ein Heckgewicht mit einem Zapfwellendurchtrieb, zwei Unterlenkern, einer Oberlenkerbefestigung sowie einer Rasterschiene fürs Zugmaul. Das Gewicht basiert auf einem massiven Stahlrahmen und wurde außen mit Blechen verkleidet. Anschließend goss Cutt den Rahmen mit Beton aus. Die Außenabmessungen betragen 2 x 1 x 0,43 m und das Gewicht wiegt rund 2,5 t. Im Mais setzt der Tüftler das Heckgewicht in Kombination mit einem 4,50 m breiten, selbst gebauten Maisschild in der Front ein. Im Gras hingegen mit einem 1,45 t schwerem Frontgewicht und einem Silageverteiler, der hinter dem Heckgewicht angebaut und per Zapfwellendurchtrieb angetrieben wird.
Andre Hesping baute aus 3-mm-Blech einen Kasten, den er durch eine Öffnung an der Unterseite mit Beton befüllte. Außerdem legte er zwei Lehrrohre durch das Gewicht, die er als Durchführung für das Kabel einer siebenpoligen Steckdose und einen Hydraulikschlauch nutzt. Das Gewicht steht auf drei Kunststoffplatten, durch die es sich leichter verschieben lässt und die vor Lackkratzern schützen.
Viel Platz
(Bildquelle: Redaktion profi)
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Nicht nur 800 kg Gewicht, sondern auch viel Stauraum bietet das Frontgewicht von Andreas Hollenbeck. Die Blechkiste basiert auf einem stabilen Unterrahmen. Um das Gewicht zu erreichen, wurden auf dem Boden alte Schredderklingen gelegt, die mit einer weiteren Stahlplatte sauber abgedeckt sind. Die Ösen vorne sind über dicke Flacheisen mit den Unterlenkeraufnahmen verbunden, um den Schlepper auch an der Kiste ziehen zu können. In der Kiste sind Rohre bzw. Flacheisen eingeschweißt, um ein Verrutschen von Stau- und Werkzeugkisten zu verhindern. Innen dienen kleine Magnete als Halterung für ein Ersatz-Scheibensech des Kartoffelroders.
Umgenutzt
(Bildquelle: Redaktion profi)
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Das Nachrüsten des Fronthubwerks erforderte die Demontage des Gewichtsträgers am John Deere 6610 von Christian Maier. Um den Gewichtsträger und die Koffergewichte weiter nutzen zu können, hat Maier einen Dreipunktbock (Bild links) gebaut, an dem er den Trägerklotz schraubte. Insgesamt kann das Gewicht mit den 50 kg schweren Platten auf bis zu 800 kg aufgelastet werden. Auch am Belarus von Sven Neßmann mussten die Koffergewichte wegen eines Frontladers weichen. Um sie weiter nutzen zu können, baute auch er einen Rahmen für das Heckhubwerk (Bild rechts), an dem er die Platten einhängt.
Christian Rudnick baute ein Frontgewicht in Kombination mit einer Staukiste für Steine und Saatgut. Der Boden der Kiste besteht aus einem Gitter mit ½-Zoll-Rohren. So soll anhaftender Schmutz an den Steinen sofort herausfallen. Um Saatgut vor Regen zu schützen wird die Kiste oben durch eine Plane abgedeckt, die durch Gummibänder an den Seiten fixiert wird. Zum Be- und Entladen kann zudem eine Alu-Klappe an der Vorderseite geöffnet werden. Die Kiste wiegt rund 400 kg. Durch ein Zusatzgewicht hinter der Kiste kann das Gewicht aber auf bis zu 800 kg erhöht werden.
Der Klotz macht Licht
(Bildquelle: Redaktion profi)
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Florian Weinberger ließ von der Firma Metalltechnik Zieringer ein passendes und optisch schönes 500-kg-Gewicht (Bild links) bauen. Zur Verfeinerung hat Weinberger eine LED-Lightbar mit einer Lichtleistung von 7 200 Lumen mit Hilfe von gummiumhüllten Magneten auf dem Gewicht befestigt. Auch Jens Stemmer baute ein 540 kg schweres Frontgewicht (Bild oben) an dem er zwei LED-Arbeitscheinwerfer installierte. Diese werden über die Frontsteckdose des Schleppers betrieben, die er per Schalter aktiviert.
Ein altes Dieselfass machte sich Ronny Mohr zu Nutzen: Er füllte es mit schweren Schrott-Teilen und betonierte die verbleibenden Hohlräume aus. Neben dem Anbaubock baute er eine Werkzeugkiste an das Fass. Diese ließ er in die Fasswand ein, damit der Kasten nicht zu weit hervorsteht. Zudem montierte Mohr einen weiteren Anbaurahmen mit Fanghaken, so dass er das Grundgewicht bei Bedarf um ein Standard-Frontgewicht erweitern kann.
Christian Schappert baute zwei Frontgewichte aus Beton. Für die entsprechende Stabilität konstruierte er massive Grundträger. Zudem baute Schappert Steinkästen auf die Klötze. Das große, 1 100 kg schwere Gewicht hat ein Anhängerzugmaul und wurde so verschalt, dass es oben schmaler ist und so die Sicht nicht behindert.
Phillip Müller hat vier ausrangierte Zwillingsrad-Kupplungen aneinandergeschweißt und eine Welle in der Mitte fixiert. Außen an der Welle sind die Positionen der Kugeln mit Distanzstücken vorgegeben, so dass das Gewicht in den Unterlenkern nicht hin- und herrutschen kann. Das Innere der Kupplungsringe goss er mit Beton aus. Das kompakte Gewicht wiegt etwa 350 kg.
Universell und kompakt sollte das Gewicht von Marcel Sönnecken sein. Um diese Anforderungen zu erfüllen, baute er ein 900 kg schweres Gewicht komplett aus Stahl. Er versah es mit Unterlenkeraufnahmen sowie Euro-Aufnahmen für den Frontlader, um es als Pfahlramme nutzen zu können. Durch die geringe Höhe kann der Klotz in den Unterlenkern auch mit Anhänger mitgeführt werden.
Dieses etwa 350 kg schwere Frontgewicht wurde von Tobias Keppelhoff und Jelvis Kwofie für das Lohnunternehmen Franz Rathmer gebaut. Falls es zu einer Kollision z. B. mit einem Auto kommt, dient das 2,10 m breite Gewicht als Stoßstange und weist Hindernisse nach außen ab. Die drei je 110 kg schweren Grundplatten stammen von einem Claas Jaguar (Typ 492) und waren als Gewichtsplatten im Heck montiert. Des Weiteren wurde der Bumper zusätzlich mit Begrenzungsleuchten ausgerüstet. Das Weiste-Dreieck dient zum Mitführen einer Gülle-Andockstation und ist mit Hilfe eines Bolzens angebaut.
Schwere Waggonachsen
(Bildquelle: Redaktion profi)
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Zur Ballastierung seiner Schlepper nutzt Simon Heck zwei ausrangierte Waggonachsen der Bahn, von denen er eine über angeschweißte Halterungen in die Unterlenker einhängt. Das Gewicht jeder 2,20 m breiten Achse beträgt 600 kg. Während die eine Achse als „Trägerachse“ dient, kann er die zwei Achse an dieser einhängen. Dank geringer Bauhöhe und wenig Überstand kann er zudem die Anhängerkupplung am Schlepper uneingeschränkt nutzen. Außerdem rüstete Heck die Trägerachse zusätzlich mit einem T-Profil aus, um z. B. Waldwege ebnen zu können.
Markus und Ulrich Müller integrierten eine zusätzliche Aufnahme für Koffergewichte am Rahmen ihres Fronthubwerks. In die Aufnahme können nun Gewichtsplatten von Fendt eingehängt werden, ohne dass diese den Hubweg des Krafthebers stören.
Ludwig Wagenstetter nutzt 70 kg schwere Platten, die vorne am Schlepper auf zwei Wellen aufgesteckt werden. Bei seinem Same ist eine 85-kg-Grundplatte als Träger angebaut. Beim Steyr sind die Wellen direkt in den Rumpf eingesteckt. Zur Demontage des gesamten Gewichts dient die aufgeschweißte Öse, für die Einzelplatten können Zinken als seitliche Griffe eingesteckt werden.
Gewichte für die Kommunalplatte
Bild 1
(Bildquelle: Redaktion profi)
Bild 2
(Bildquelle: Redaktion profi)
Um das kurze Vorbaumaß des Unimogs zu erhalten, konstruierte Sebastian Sassen ein Gewicht (Bild 1) das direkt an die Kommunalplatte gehängt wird. Hierfür hebt er es mit der Palettengabel an und fädelt die Haken ein. Anschließend wird das 400 kg schwere Gewicht mit Bolzen gesichert. Es besteht aus alten Betonspalten, die in einem Stahlrahmen eingefasst wurden. Während der kalten Monate ist der John Deere von Christian Maier ebenfalls mit einer Kommunalplatte bestückt. Da der Schlepper neben dem Winterdienst auch gelegentlich zum Pflügen eingesetzt wird, baute Maier ein Gewicht für die Platte aus einem 650 kg schweren Stahlklotz (Bild 2).
Für alte Einhängegewichte hat Raphael Göbel einen Rahmen gebaut, der über das Weiste-Dreieck an jeden Schlepper im Front- und Heckhubwerk gekuppelt werden kann. Zum Mitführen von Gegenständen (wie beispielsweise Spritzmittelkanister oder zum Sammeln von Steinen) hat Göbel eine offene Kiste auf das Gewicht gebaut, die bei Bedarf auch zusätzlichen Ballast tragen kann.