EZ-Ballast Unterflurgewicht: Hydraulisch mehr Ballast - schnell und wirksam?
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Gut zu wissen
- Der Komfort kostet 5 400 € mehr als Radgewichte. Das rechnet sich langfristig durch weniger Diesel, Verschleiß und Rüstzeiten.
- Bei Traktion und Verbrauch gibt es kaum Unterschiede zwischen klassischer oder EZ-Ballastierung.
- Das EZ gibt es bisher nur für den 7R – es würde besser zum 6R passen: Je leichter ein Schlepper mit hoher Leistung, desto sinnvoller ist es.
John Deere: Ballast mit 1,7 t
Kann das System Rad-, Front- oder sogar beide Gewichte einsparen? In einem Systemvergleich haben die Kollegen von top agrar genau das ausprobiert. Der Preisunterschied zwischen Radgewichten und dem EZ-Ballast ist laut Liste nicht ohne: Danach kosten die 2 x 900 kg Radgewichte mit den Adapterplatten (je 70 kg) gut 6 000 Euro (Preise o. MwSt.). Der Listenpreis des EZ-Ballast beträgt 11 700 Euro, wird aber in Aktionen auch schon mal mit 33 % Rabatt angeboten.
Um den Effekt der unterschiedlichen Ballastierungen vergleichen zu können, musste ein 7310R einen 4,6 m breiten Grubber von Köckerling ziehen (sandiger Lehm, oben abgetrocknet). Und zwar in acht verschiedenen Ballastierungsvarianten. Von „leer“ bis hin zur Maximal-Variante mit EZ-Ballast, Front- und Radgewichten, also einem Plus von 5,4 t. Zusammen mit der Stützlast (1 t) des Grubbers waren die 16 t zulässiges Gesamtgewicht damit mehr als ausgereizt.
Die einzelnen Varianten und deren Gewichte sind in der Übersicht zusammengefasst. Beim EZ-Ballast und bei den Radgewichten wurden außerdem die Rüstzeiten für den An- und Abbau gestoppt. Zudem wurde der Reifendruck nach Tabelle angepasst.
Die Messung hat Antonius Schmidt von der Fachhochschule Südwestfalen übernommen. Der Grubber hatte Hydraulikzylinder in der Deichsel. Über den Druck ließ sich die Zugkraft messen. Per Drehgeber an der Achse sowie GPS konnte zudem die Geschwindigkeit sowie der Schlupf ermittelt und so die Zugleistung errechnet werden.
Mit jeder Variante wurden ausführliche Testfahrten gemacht und über die hydraulische Tiefenverstellung des Grubbers der Zugwiderstand erhöht. Dabei erreichten die Tester Arbeitstiefen von maximal 17 cm. Die Übersicht zeigt drei ausgewählte Geschwindigkeitsbereiche aus diesen Messaufzeichnungen. Man erkennt, dass mehr Gewicht bei steigenden Geschwindigkeiten keinen Vorteil mehr bringt. Denn die Leistung ergibt sich aus Zugkraft mal Geschwindigkeit. Bei höheren Geschwindigkeiten sinkt also die nötige Zugkraft für die gleiche Zugleistung.
Ein überballastierter Traktor schleppt dann unnützes Gewicht mit, das steigert den Verbrauch. Deshalb ist es immer sinnvoll, das Gewicht an die Arbeit anzupassen, vor allem auf der Straße. Bleiben hier die Radgewichte dran, steigen Reifen- und Bremsenverschleiß deutlich.
Die Ergebnisse
Nur Frontgewicht: John Deere hatte für diese in der Praxis übliche Variante bewusst ein ordentliches 1,8 t-Frontgewicht zur Verfügung gestellt. Durch den Abstand der Fronthydraulik zur Achse wirkten Hebelkräfte, die Vorderachslast stieg um 2,8 t auf 7,7 t, die Hinterachse wurde entlastet. So drehte sich die Gewichtsverteilung auf 57 zu 43 %. Für die Traktion ist das prima. Der Schlupf war knapp 5 % geringer als bei den vorherigen Varianten. Fürs Material ist das aber die schlechteste Lösung. Die zulässige Vorderachslast wurde durch den Frontballast um 1,2 t überschritten, keine Empfehlung. Ziehen soll ein Schlepper vor allem mit den größeren Hinterrädern.
Nur EZ-Ballast: Das Gewicht stieg fast auf das Niveau mit Radgewichten, doch durch den mittigen Lastangriffspunkt ergibt sich die gleiche Achslastverteilung wie beim Soloschlepper (42 zu 58 %). Davon profitierte der Traktor etwas bei langsamer Zugarbeit, der Schlupf ist um knapp 2 % geringer als bei den Radgewichten. Bei schnellerer Fahrt lag das EZ-Ballast dann aber gleichauf mit den Radgewichten.
Nur Radgewichte: Das Gesamtgewicht stieg im Vergleich zur Solovariante um 1,8 t, die Gewichtsverteilung änderte sich auf 37 % vorne und 63 % hinten. Von allen Ballastierungsvarianten hatten die Radgewichte den geringsten Effekt. Das hängt unter den gegebenen Bodenverhältnissen auch mit der ohnehin schon hohen Hinterachslast des unballastierten Schleppers zusammen. Durch ihren Lastangriffspunkt haben die Gewichte keinen Einfluss auf die Vorderachslast.
Frontgewicht plus EZ-Ballast: Durch den mittigen Lastangriffspunkt stieg die Vorderachslast weiter und erreicht ihren Höchststand (8,5 t). Besonders bei dieser Variante kann das Frontgewicht mindestens 1 t leichter sein oder bei schnelleren Zugarbeiten sogar komplett entfallen, um die Vorderachse zu schonen. In der Tendenz machte sich diese Kombination besser als die Variante Rad- plus Frontgewicht.
Front- plus Radgewichte: Das Schleppergewicht steigt auf 15,4 t, die Gewichtsverteilung ist fast 50/50. Leistung und Zugkraft sind gleich der Frontgewichtsvariante, der Schlupf sinkt nur um 1 %. Weil die Radgewichte keine Hebelwirkung haben, bleibt die Vorderachslast deutlich zu hoch.
EZ-Ballast plus Radgewicht: Die Variante wurde der Vollständigkeit halber dazugenommen — sie ist wie auch die folgende kaum praxisrelevant. Weil Last auf der Frontachse fehlt, stieg der Schlupf leicht an.
EZ-Ballast plus Front- und Radgewichte: Die maximale Variante mit 5,3 t wird man ebenfalls kaum in der Praxis finden. Zwar sinkt der Schlupf auf den niedrigsten Wert, aber der Unterschied zu den gängigen Ballastierungen Rad- plus Frontgewicht bzw. EZ-Ballast plus Frontgewicht rechtfertigt die Materialschlacht nicht. Er ist nur bei der langsamen Variante messbar und erreicht hier maximal 2 %.
Radgewichte sind lästig!
Zur Montage wurden die Gewichte zuerst aufgerichtet. Durch ihre Form kann man die Gewichte so abstellen, dass eine der Nockenaufnahmen genau oben steht (12 Uhr-Position). Per Einweiser fährt man dann den Schlepper so lange vorwärts, bis auch eine der Nocken auf 12 Uhr steht. Jetzt lässt sich das Gewicht relativ einfach aufschieben. Mit etwas Übung und drei Personen brauchte das Team pro Seite ca. 10 min — wenn die Gewichte in der Nähe liegen und Stapler plus Druckluftschrauber startklar sind. Die Montage ist nicht ganz frei von Unfallgefahren.
Zur Agritechnica 2017 haben John Deere und LaForge übrigens Radgewichte vorgestellt, die sich einfacher befestigen lassen.
EZ-Ballast: Drüber und drunter
Theoretisch lassen sich auch mehrere Traktoren eines Betriebes mit Trägerrahmen ausstatten und das Gewicht tauschen. Weil ein hydraulisches Umschaltventil zum Lieferumfang gehört, blockiert das EZ-Ballast kein Steuergerät des Traktors.
Zum Aufnehmen fährt man langsam und exakt mittig über das liegende Gewicht — fast wie bei einem Rasenmäher-Deck. Dann senkt man den Aufnahmehaken des Systems ab und fährt langsam weiter. Der Haken fädelt sich in die Fangtasche des Gewichtsblocks ein und kommt an einen Anschlag, was der Fahrer spürt. Jetzt hebt er den Block an, der sich erstaunlich elegant zuerst hinten in die Aufnahmen einfädelt und dann vorne anhebt. Hier verriegelt das System dann hydraulisch. Mit etwas Übung klappt das Ganze in rund einer Minute. Der Abbau läuft einfach umgekehrt.
Gemessen am Zugpendel reduziert sich die Bodenfreiheit nach Aufnahme des Gewichts um rund 2,5 cm (bei höherem Reifendruck). Weil das flache Gewicht keine Staplertaschen oder Hängeösen hat, lässt es sich bei Bedarf leider nur sehr umständlich anders transportieren, wenn es mal im Weg liegt.