Winterdienststreuer Amazone IceTiger mit Feuchtsalzausstattung FS30: Salzstreuer
Nicht für die Küche, sondern für den Kommunaleinsatz ist der IceTiger von Amazone. Wir werfen einen Blick auf das Topmodell mit Technik für den Sole-Einsatz.
Die Baureihe IceTiger von Amazone umfasst zwei Grundmodelle mit unterschiedlich großem Grundbehälter: den IceTiger S mit 380 l und den IceTiger 30 mit 1.000 l, der mit Aufsätzen auf bis zu 1.900 l erweitert werden kann. Beiden gemein ist der hydraulisch angetriebene Bandboden.
Amazone IceTiger FS30: Bis zu 8 m Arbeitsbreite
Das Know-how für die Salzzufuhr stammt von den gezogenen Großflächenstreuern: So kommt ein 235 mm breiter Bandboden mit stufenloser Geschwindigkeitsverstellung zum Einsatz. Um die Geschwindigkeit im Minimalbereich regeln zu können, ist der hydraulische Antrieb per Zwischengetriebe mit 1:3 untersetzt. So kann ohne Umbau mit der Streuscheibe W2 eine Arbeitsbreite zwischen 2 und 8 m erreicht werden — unabhängig vom Streugut. Die minimale Ausbringmenge liegt bei 5 g/m² bei Salz und reicht bis zu 80 g/m² bei Salz bzw. 300 g/m² bei grobem Splitt. Die Menge lässt sich über die Streuscheibendrehzahl und Bandgeschwindigkeit variieren.
Der Aufgabepunkt des Materials auf die Streuscheibe ist elektrisch verstellbar: So lässt sich der Streufächer verschieben, und es kann wahlweise ein symmetrisches oder ein rechts- bzw. links-asymmetrisches Streubild erreicht werden, z. B. für Fahrbahnverengungen. Amazone nennt einen Ölbedarf für den Antrieb des Streuers von 25 bis maximal 45 l/min, je nach Streugut und Arbeitsbreite. Für den Betrieb wird ein Steuergerät auf Dauerdruck und ein druckloser Rücklauf benötigt.
Edelstahl und lackierter Stahl
Vor der Materialübergabe an die Streuscheibe bricht ein Kettenvorhang verbliebene Salzverklumpungen. Zum Schutz vor Korrosion bestehen Kettenvorhang, Streuscheibe, Streuschirm sowie die komplette Bodengruppe aus Edelstahl. Der Behälter selbst ist aus lackiertem Stahl und für eine gute Reinigung unten offen gehalten.
Alle Verschraubungen sind mit gummierten Unterlegscheiben versehen, um den Lack intakt zu halten. Übrigens: Mit einer zulässigen Belastung von 800 kg pro Rolle lässt sich der Streuer auch befüllt auf der optionalen Rollvorrichtung abstellen — so will Amazone eine schnelle Einsatzbereitschaft sicherstellen.
Laut Amazone geht der Trend aktuell zu Maschinen, die einen kombinierten Einsatz von Streugut und Sole ermöglichen. Denn Sole verbessert die Tauwirkung und kann den Salzaufwand bei kombiniertem Einsatz um rund 20 % reduzieren.
Amazone bietet die Sole-Ausstattung FS30 ab der Aufsatzerweiterung S300 (insgesamt dann 1.300 l) an. Mit den beiden, je 250 l großen Solebehältern ist ein kombinierter Einsatz (30 % Sole, 70 % Feststoff) möglich. Für einen guten Schwerpunkt ist der Tank vor dem nach vorn geneigten Streugutbehälter angeordnet. Zum Befüllen verfügen die Soletanks über einen genormten Anschluss und eine Abschaltautomatik mit Überlaufüberwachung.
Zwischen Bandboden und Streuscheibe sprüht eine Düse die Solemischung auf das Salz, so dass der Streuteller eine Feuchtsalzmischung verteilt. Über den FlowCheck-Radarsensor — bekannt von der Düngetechnik — wird der Durchfluss bzw. die Ausbringung überwacht.
Auch beim Soleeinsatz spielt die Einsatzbereitschaft eine wichtige Rolle: Über eine Schraube am Steuerblock kann eine Notlauffunktion aktiviert werden, so dass der Streuer auch bei einem Elektronik-Ausfall genutzt werden kann.
Optionen bei der Bedienung
Amazone bietet für den IceTiger verschiedene Varianten der Bedienung: Grundsätzlich ist der IceTiger Isobus-fähig — so lässt sich die Maschine wahlweise über das Traktorterminal oder das eigene Terminal Amatron 4 bedienen. Auch der einfacher ausgestattete Bediencomputer EasySet 2 ist lieferbar.
Die Bedienung ist grundsätzlich in vier Bereiche untergliedert: Ausbringen, Befüllen, Restmengenentleerung und Dokumentation. Funktionen wie z. B. eine programmierbare Anfahrrampe, die eine exakte Ausbringmenge beim Anfahren sicherstellt, sind ebenfalls integriert. Zur Überwachung der Maschine gibt es optional zwei Kameras: je eine für den Blick hinter die Maschine und in den beleuchteten Streugutbehälter.
Die im Kommunaleinsatz immer häufiger geforderte Dokumentation deckt Amazone über eine Schnittstelle nach DIN RS 232 ab. Maschinendaten inklusive Fehlermeldungen können damit an frei wählbare Bauhofsysteme übertragen werden.
Weitere Details
Mit der Streuscheibe W1 sind 1 bis 6 m Arbeitsbreite möglich.
Die Schmierpunkte des Streuers sind an vier Positionen zusammengefasst.
Die LED-Beleuchtung beinhaltet optional eine rote Arbeitsbeleuchtung, um den Kontrast des Streusalzes mit dem weißen Untergrund zu verbessern.
Seit dem vergangenen Jahr gibt es eine strategische Vertriebspartnerschaft von Amazone und Bema, so dass Gesamtpakete mit Schneeschilden oder Kehrbürsten angeboten werden.