Amazone ZA-TS mit WindControl: Gegen den Wind
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Gut zu wissen
- Das System gleicht Windeinflüsse aus und gibt Warnmeldungen ab, sobald der Wind zu stark oder böig weht.
- WindControl vergrößert das Einsatzfenster beim Düngen, so dass die Auslastung der Technik optimiert werden kann.
Anhand der Messdaten berechnet die Elektronik Korrekturfaktoren für Aufgabepunkt und Scheibendrehzahl des Düngerstreuers. So wird z. B. die Drehzahl der in Windrichtung liegenden Scheibe erhöht, die der anderen vermindert. Auch der Aufgabepunkt wandert in Richtung Wind. Im Terminal sieht der Fahrer, ob das System die aktuellen Windbedingungen noch ausgleichen kann. Kommt es an seine Grenzen, gibt es eine Warnmeldung. Aber wozu der Aufwand?
Amazone ZA-TS mit WindControl: Richtung hat großen Einfluss
Bei Windstärke 4 (20 bis 28 km/h) und einer Arbeitsbreite von 36 m ist der Einfluss auf das Streubild bereits sehr ausgeprägt. Der Landwirt reagiert, in dem er das Streuen unterbricht, bis die Bedingungen besser sind. Die jährliche Verteilung des Windaufkommens zeigt, das gerade in den Monaten der Düngerausbringung überdurchschnittlich oft mit ungünstigem Wind zu rechnen ist. Damit hat der Wind einen großen Einfluss auf die Zeitfenster, die für die Düngung auf den Feldern zur Verfügung stehen.
Amazone hat WindControl bereits zur Agritechnica 2011 vorgestellt, seit 2019 ist es optional für die ZA-TS und ZG-TS-Streuer erhältlich. WindControl ist dabei an einige weitere Ausstattungsmerkmale geknüpft. Der Streuer muss zur selbstständigen Regelung mit hydraulischem Streuscheibenantrieb und elektrischer Aufgabepunkt-
Verstellung ausgestattet sein. Bisher war das System an die Ausstattung mit ArgusTwin gebunden. Ab 2022 kann WindControl ohne die Technik zur Überwachung des Abwurfwinkels geordert werden.
Im Einsatz
Für den Fahrer ist die Bedienung recht einfach. Ist WindControl im Terminal aktiviert, fährt der Mast automatisch aus, wenn die Streuscheiben drehen und der Schlepper fährt. Stoppen die Streuscheiben, fährt der Mast den Sensor in die geschützte Position zurück. Eine manuelle Bedienung des Mastes ist möglich.
Während der Streuarbeit zeigt das Terminal die Windgeschwindigkeit und die Windrichtung relativ zur Fahrtrichtung an. Ein nach rechts weisender Pfeil bedeutet also, dass der Wind von links aus 180 Grad auf Streuer und Schlepper trifft. Die Anzeige ist recht klar. Parallel dazu erkennt der Fahrer an den Werten für Aufgabepunkt und Scheibendrehzahl die Regelarbeit des Systems. Sie variieren, und die Werte der beiden Streuerseiten unterscheiden sich je nach Windgeschwindigkeit- und -richtung unterschiedlich stark.
Ob WindControl noch „Luft zum Regeln“ hat, erkennt der Fahrer an der farblichen Darstellung der Windgeschwindigkeit. Ist sie grün, ist alles okay. Bei gelb arbeitet das System nah an den Regelgrenzen, bei rot ist kein ausreichender Ausgleich der Windeinflüsse mehr möglich. Zusätzlich erfasst das System die Häufigkeit von Windböen. Treten sie innerhalb kurzer Zeit verstärkt auf, gibt es einen Warnhinweis. Damit erhält der Fahrer vielfältige Hinweise auf die aktuelle Windsituation und kann entscheiden, ob er das Streuen fortsetzt oder unterbricht.
Weitere Details
- Gegen- oder Rückenwind strecken oder stauchen die Streuniere, beeinflussen die Querverteilung aber kaum. Einen Ausgleich der Schaltpunkte für die GPS-Teilbreitenschaltung erfolgt durch WindControl nicht.
- Der Windeinfluss hängt auch vom Streustoff ab. Je besser die Streueigenschaften, desto höher sind die Windtoleranzen.
- Ein Schutzbügel sichert den eingefahrenen Sensor gegen pendelnde Big Bags.
- WindControl steht mit knapp 4 000 Euro in der Preisliste. Wer es mit stark schwankenden Düngerqualitäten zu tun hat, kann zusätzlich ArgusTwin für gut 7 000 Euro ordern.