Stammtisch des Fortschritts: Schwerer Geburtsfehler
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Bauer: Wir sollten überlegen, uns über kurz oder lang ganz vom Diesel zu verabschieden. Meine Frau hat mich so lange genervt, bis wir ein Elektroauto gekauft haben. Es fährt sich super und verursacht nur einen Bruchteil der Spritkosten.
Lohner: Für solche Fahrzeuge gibt es eine stolze Kaufprämie.
Bauer: Ohne Anstoß kommen wir aus der Energiekrise nicht heraus, und ich denke, dass auch in der Landwirtschaft elektrisch was geht.
Fahrer: Das hat mein Schwiegervater auch gesagt und einen gebrauchten Tesla gekauft. Jetzt hat er elektrisch fertig. Neulich ist er bei Minusgraden mit einem vermeintlich vollen Akku nach 120 km noch gerade so nach Hause gekommen.
Bauer: Wir haben Freunde besucht und sind 300 km ohne Tanken gefahren. Wenn der Akku leer ist, reicht eine knappe Stunde, um wieder auf 80 % zu kommen.
Fahrer: Wir sind mit unseren Maschinen manchmal zwölf Stunden oder länger unterwegs. Beim jetzigen Stand der Technik brauchen wir nicht über elektrische Traktoren oder Häcksler zu sprechen.
Maring: Die derzeitige Akku-Technik sehe ich auch kritisch. Deshalb finde ich den kabelelektrischen Traktor von John Deere sehr interessant.
Lohner: Solch eine Idee hatte die Firma Siemens 1911 auch schon mal. Es scheiterte nicht an mangelndem Strom, sondern an der Kabelführung. Übrigens sagt meine EDV, dass wir ein Drittel unserer Traktorstunden auf der Straße verbraten. Wie soll das mit einem Kabel funktionieren?
Bauer: Mein Neffe ist Chemiker und hat vor kurzem seinen Doktor gemacht. Er forscht an Speichertechnologien und sagt, dass es nur noch ein kleiner Schritt ist, bis es hochkonzentrierte Akkus gibt. Diese Technik basiert dann auf organischen Grundstoffen statt auf Lithium, Kobalt und seltenen Erden.
Maring: Das klingt sehr hoffnungsvoll und kann die Energieversorgung auf ganz neue Beine stellen.
Bauer: Das sagt mein Neffe auch, er behauptet aber gleichzeitig, dass die Elektromobilität, so wie sie jetzt konzipiert ist, einen schweren Geburtsfehler hat.
Maring: Und welchen?
Bauer: Es sind die fest eingebauten Akkus. Er hat mir vorgerechnet, dass es selbst mit einer perfekten Infrastruktur an Ladestationen, reichlich Strom im Netz und Akkus mit superkurzen Ladezeiten immer Staus an den Ladestationen geben wird.
Lohner: Also ein unlösbares Problem?
Bauer: Mitnichten. Es braucht nach seinen Aussagen einheitliche Wechselakkus, die fabrikatsübergreifend in alle Pkw, Lkw und Fahrzeuge passen.
Fahrer: Das ist ein interessanter Ansatz.
Bauer: Akkutauschstationen wären eine Riesenchance für uns Landwirte mit Biogas- und PV-Anlagen. Dann könnte uns die Förderung schnuppe sein.
Maring: Eine klasse Idee, gib mir mal die Handynummer deines Neffen.
Lohner: Ich ahne es schon, Du brauchst noch ein Zugpferd für die Mitgliederversammlung. Nur fürchte ich, dass wir alle alt und grau oder längst pleite sind, bevor solche Wechselakkus unsere Energieversorgung retten.
Maring: Ich stehe unter Strom. Wer nicht anfängt zu kämpfen, hat schon verloren.