Bei den neuen Teleskopladern hat Massey Ferguson besonders darauf geachtet, dass sich die Fahrer und Besitzer von MF-Schleppern sofort zu Hause fühlen. Wir steigen für einen Fahrbericht in den neuen TH 8043.
Im August vergangenen Jahres präsentierte Massey Ferguson die neue Teleskoplader-Baureihe TH mit sechs Modellen von 3 bis 4,3 t maximaler Traglast und Arbeitshöhen zwischen 5,90 und 7,50 m. Wie bereits bei den Vorgängermaschinen werden die Teleskoplader bei Bobcat für Massey Ferguson gefertigt. Neben der neuen Farbgebung und dem Erreichen der Abgasstufe V lag das Hauptaugenmerk der neuen Entwicklungen auf der Kabine, die mit typischen Elementen der MF-Schlepper aktualisiert wurde. Wir werfen einen Blick auf das Topmodell TH 8043.
Das Interieur wurde komplett überarbeitet und an die MF-Traktoren angepasst.
(Bildquelle: Colsman)
Der Power-Control-Wendeschalthebel ist MF-Fahrern aus den Schleppern bekannt.
(Bildquelle: Colsman)
Optional ist ein 7 Zoll großes Touch-Display erhältlich.
(Bildquelle: Colsman)
Maschinenraum des Massey Ferguson TH 8043
Bevor wir aber in die neue Kabine steigen, zunächst ein paar Worte zu den Leistungsdaten: Seine Kraft schöpft der TH 8043 aus einem Doosan-Vierzylinder mit 99 kW/135 PS und 3,4 l Hubraum, der Dank DPF und SCR die Abgasstufe V erreicht. Für eine sichere Kühlung in staubiger Umgebung sorgt ein Umkehrlüfter. Der Dieseltank direkt hinter der Kabine fasst 138 l. Um Kraftstoff zu sparen, kann mit dem Eco-Modus die Drehzahl von 2 400 auf 1 800 U/min gesenkt werden. Der AdBlue-Tank ist auf der rechten Seite zugänglich, ohne dass dazu die Haube geöffnet werden muss.
An die Räder gelangt die Kraft über einen zweistufigen Hydrostat. Insgesamt bietet der TH 8043 vier Fahrbereiche: zum einen durch die mechanische Untersetzung, zum anderen durch eine rein hydraulische Abstufung der Maximalgeschwindigkeit per Begrenzung des Pumpen-Schwenkwinkels. Hier kommt der neue Wendeschalthebel links unter dem Lenkrad ins Spiel: Mit dem Power-Control-Shuttle kann neben der Fahrtrichtung auch diese Funktion durch Vor- bzw. Zurücktippen des Hebels bedient werden, ähnlich wie bei den MF-Traktoren die Schaltung der Lastschaltstufen. Außerdem kuppelt der Fahrantrieb aus, sobald der Hebel angehoben wird.
Eine tolle Sache auch für Fahrer, die bisher wenig MF-Erfahrung haben. Leider kann die Wendeschaltung nur entweder per Power-Control-Shuttle oder mit dem Schalter am Joystick bedient werden.
Dafür kann der Fahrer die Dynamik des Hydrostaten über einen Knopf in der Armlehne aggressiver oder sanfter reagieren lassen. Und mit einem weiteren Taster bietet Massey Ferguson einen Kriechgang auf Tastendruck: Damit lässt sich eine individuell einstellbare Maximalgeschwindigkeit (0 bis 100 Prozent) aktivieren.
Da wir schon bei der Bedienung sind: Neben dem Wendeschalthebel wurde auch die rechte Bedienarmlehne überarbeitet, die jetzt am Sitz montiert ist und damit den Federbewegungen folgt. Weitgehend unverändert zum Vorgänger ist der Joystick, allerdings ist jetzt die Wendeschaltwippe auf der Rückseite serienmäßig.
Auffällig: das neue Interieur in Ontario-Beige. Neu ist auch der für gut 400 Euro Aufpreis (alle Preise ohne MwSt.) erhältliche 7 Zoll große Touchscreen-Monitor, der zusätzlich per Dreh-Drück-Steuerung bedient werden kann. Neben den üblichen Bedienfunktionen und Einstellungen lassen sich darüber auch das Radio bedienen, Fahrerprofile anlegen und bis zu 30 verschiedene Arbeitsgeräte abspeichern. Bei Rückwärtsfahrt springt die Anzeige automatisch auf das Bild der guten Rückfahrkamera. Standard ist ein 5-Zoll-Monitor.
Neben dem Fahrpedal findet sich im Fußraum ein großes Brems-/Inchpedal. Neu sind dabei die Funktionen in Kombination mit dem Handgashebel: Entweder werden klassisch über das Fahrpedal Fahrgeschwindigkeit und Motordrehzahl geregelt. Oder es wird mit dem Handgas eine fixe Motordrehzahl eingestellt. Dann regelt das Fahrpedal nur noch die Vorfahrtsgeschwindigkeit — etwa beim Einsatz mit einem Kehrbesen.
Richtig Spaß macht die automatische Parkbremse — den Schalter in der Kabine benötigt man kaum noch.
Bereits bekannt, aber immer noch schön ist die gebogene Glasscheibe anstelle der C-Säule auf der rechten Seite. Verbessert wurde das Scheibenwischer-Angebot: Front-, Heck-, Seiten- und Dachscheibenwischer kommen auf rund 30 % mehr Wischfläche. Und ebenfalls für eine gute Sicht sorgen die jetzt in Blickrichtung angewinkelten Stege des FOPS-Gitters der Dachscheibe sowie die komplett verglaste Einstiegstür.
Der TH 8043 stemmt rund 4,3 t auf 7,50 m Höhe. Für einen großen Arbeitswinkel des Werkzeugträgers arbeitet das Topmodell als einziges der Baureihe mit einer Z-Kinematik. Versorgt werden alle Funktionen von einer Loadsensing-Hydraulik mit 190 l/min Leistung. Für manche Anwendungen zu viel — daher bietet der TH 8043 einen „hydraulischen Kriechgang“, um Arbeitsgeschwindigkeiten am Hubarm zu verringern. Per Knopfdruck kann die Ölmenge auf eine individuell einstellbare Prozentzahl reduziert werden, um besonders präzise arbeiten zu können. Die per Tastendruck aktive Schwimmstellung funktioniert nur während der Fahrt und unter 12° Armwinkel — sehr schön.
Schon von den Bobcat-Maschinen bekannt ist die praktische Lösung zum Kuppeln des vierten Steuerkreises vorne am Arm: Durch eine zusätzliche Rücklaufleitung kann eine Druckentlastung stattfinden, sobald eine Kupplung nach unten gedrückt wird — ein gesonderter Druckentlastungstaster ist damit nicht nötig.
Es gibt vier Lenkungsarten: Allrad, Vorderrad, Hundegang, und Hundegang mit Lenkung nur vorne, zwischen denen elektrisch umgeschaltet wird.
Die Rüttelfunktion lässt die Schaufel je nach Joystickbewegung nach oben oder unten Rütteln.
Eine große stabile Werkzeugkiste vorne neben dem Arm ist Serie.
Druckluftbremse, Automatikmaul und Kipperanschluss sind auf Wunsch erhältlich.
Optional gibt es einen elektrisch verstellbaren Spiegel rechts.
Wir halten fest
Auf dem neuen Top-Modell TH 8043 der Teleskoplader-Baureihe von Massey-Ferguson fühlen sich MF-Fahrer sofort wohl. Aber auch für alle anderen ist der TH 8043 eine interessante Maschine.
Die drei Ausstattungsvarianten Essential (Basis), Efficient und Exclusive bieten Auswahl und unterscheiden sich vor allem in der Serienausstattung. Bleiben zum Schluss die Preise (alle ohne MwSt.): In Grundausstattung variieren diese von 124 000 (Essential) bis 149 340 Euro in der von uns gefahrenen Exclusive-Ausstattung, erkennbar unter anderem am Premium-Luftsitz.