CDE-Systems Intelligentes Nahwärmenetz: Clevere Wärmeverteilung
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Gut zu wissen
- Die Steuerung berücksichtigt das selbsterlernte Lastprofil und die Wetterprognose.
- CDE berechnet, wie viele Minuten die Wärme im Pufferspeicher für eine sichere Wärmeversorgung reicht.
- Der Spitzenlastkessel springt nur an, wenn absehbar ist, dass die Wärme in Kürze verbraucht wird.
„Damals war immer genug Wärme da. Die Effizienz spielte nur eine untergeordnete Rolle, weil das Wärmenetz nicht Verkaufserlös-optimiert sein musste. Das ist jetzt vollkommen anders“, sagt der Betreiber der Biogasanlage. Nachdem die Stadt Vreden bei ihm angefragt hatte, ob er eine Schule mit Wärme versorgen könnte, baute Stephan Ostendarp eine 1,4 km lange Nahwärmeleitung hinzu. Seine Biogasanlage hatte er bereits im Jahr 2015 um ein Bhkw mit 250 kWel erweitert. Insofern hatte er noch Wärme übrig.
Nun spielte die Effizienz auf einmal eine deutlich größere Rolle. Auch musste Stephan Ostendarp sicher sein, dass er immer — besonders im Winter — ausreichend Wärme liefern kann. Deshalb installierte er zusätzlich eine 175-kW-Hackschnitzelheizung als Spitzenlastkessel und einen 45 m³ großen Pufferspeicher.
Wie dimensionieren und managen?
Doch damit allein war es nicht getan. Denn schließlich sollte die Hackschnitzelheizung nicht noch kurz vor Schulschluss anspringen, um den erkalteten Pufferspeicher zu erhitzen. Die Folge davon wäre nämlich, dass womöglich der Notkühler der beiden Biogas-Bhkw anspringt, weil diese ihre Abwärme nicht an einen schon vollständig erhitzten Pufferspeicher abgeben können. Und umgekehrt sollte die Trocknungsanlage des Betriebs nicht laufen, wenn gleichzeitig die Schule Wärme aus dem Pufferspeicher zieht. Wichtig war auch, dass immer genug Wärme im Puffer ist, falls mal ein Bhkw ausfällt. Denn ohne den Puffer würde die Reaktionszeit der Hackschnitzelheizung unter Umständen für eine sichere Wärmeversorgung der Schule nicht ausreichen.
Am Anfang nach der Inbetriebnahme des neuen Wärmenetzes regelte Stephan Ostendarp die Wärmenetzpumpe zunächst von Hand. Aber ihm war klar: „Da ist noch Einsparpotenzial drin.“ Auch die Steuerung für die Hackschnitzelheizung war noch nicht optimal. Sie heizte mit einem Standardprogramm den Puffer, sobald darin die untere Wasserschicht kalt geworden war. Auf der Suche nach einer intelligenten Pumpen- und Heizungssteuerung stieß er auf die Firma CDE Systems.
Selbstlernender Trendrechner
Zudem bindet das Lastmanagement von CDE die Hackschnitzelheizung und die Trocknung (sowie bei Bedarf auch die Heizungen an Fermenter und Nachgärer) mit ein. Es regelt die Wärmeerzeugung und die Trocknung als Überschussverbraucher. Das heißt, im Automatikbetrieb springt die Hackschnitzelheizung an, wenn die noch zur Verfügung stehende Wärmekapazität im Pufferspeicher eine bestimmte Versorgungsdauer in Minuten unterschreitet. Hierbei berücksichtigt die Steuerung nicht allein die Wassertemperaturen in den verschiedenen Schichten des Puffers — wie sonst bei Heizkesselsteuerungen üblich —, sondern auch die Außentemperatur sowie den erwarteten Netzlastgang der nächsten Stunden.
Den zukünftigen Verbrauch ermittelt der selbstlernende Trendrechner, den CDE gemeinsam mit der solarcomplex AG entwickelt hat. Er weiß z. B. wie viel Wärme die Schule am Vortag wann verbraucht hat, oder wie hoch der Verbrauch am letzten Sonntag war. Zusätzlich zu den Verbrauchsmesswerten berücksichtigt der Trendrechner für die Prognose des Wärmelastgangs auch die standortbezogenen Wetterdaten von vier umliegenden Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes.
Puffer als Stellgröße
„Die Behälterheizungen haben bei uns Vorrang. Daher stellen wir sie in der Regel auf Handbetrieb. Denn vor allem im Winter dürfen sie sich nicht automatisch abschalten, weil meine Heizungsleitungen nicht frostgeschützt sind“, sagt der Anlagenbetreiber. „Im Sommerbetrieb ist das anders. Da schalten wir nachts das kleine Bhkw aus. Dadurch ist der Pufferspeicher morgens manchmal kalt. Damit dann nicht die Hackschnitzelheizung anspringt, schaltet die Automatik die Behälterheizung für ein paar Stunden aus.“
Web-basierte Datenauswertung
Für die Kommunikation zwischen der Wärmenetzsteuerung am Betrieb Ostendarp und den Wärmeabnehmern am Standort Vreden ist in der Übergabestation der Schule eine sogenannte M-Box installiert. Sie sammelt die Daten der Wärmemengenzähler vor Ort und sendet die Datenpakete über eine Netzwerkverbindung an die Steuerung — in diesem Fall konnte CDE dafür den Internetanschluss der Schule nutzen. Alternativ wäre auch ein Versand der Daten über ein in der M-Box integriertes LTE-Modem möglich (oder bei kürzeren Strecken über ein Ethernet-Netzwerkkabel).
Für die langfristige Datenanalyse speichert CDE die Daten aus der zentralen Steuerung von Stephan Ostendarps Nahwärmenetz auf einem Cloud-Server. Die Cloud-Nutzung kostet ihn 72,50 Euro im Jahr (50 Euro pro Anlagensteuerung plus 2,50 Euro pro Wärmemengenzähler, Preise ohne MwSt.). Alternativ wäre auch eine Speicherung der Daten auf einem lokalen PC-Server vor Ort möglich.
Über einen eigenen Portalzugang kann Stephan Ostendarp sich alle Messwerte grafisch aufbereitet ansehen. „Das ist gut. So kann ich rückwirkend Ursachenforschung betreiben, wenn ein unvorhergesehenes Ereignis aufgetreten ist“, sagt der Nahwärmenetzbetreiber. „Zum Beispiel, wenn der Notkühler doch mal anspringt, könnte ich mir die Rücklauftemperatur des großen Bhkw ansehen, um herauszufinden warum.“
Was uns sonst noch auffiel
- Die Anlagensteuerung lässt sich auch auf einem mobilen Gerät anzeigen.
- CDE kann sich für Servicezwecke von außen in die Steuerung einwählen.
- Die Steuerung sendet Alarmmeldungen als SMS an das Handy des Betreibers.
- Die Steuerung ist erweiterbar, so dass sich weitere Abnehmer integrieren lassen.
- Den Trockner regelt die Steuerung bei Stephan Ostendarp jetzt abhängig von der Luftaustrittstemperatur. Alternativ wäre eine Regelung nach der Temperatur am Registeraustritt möglich. Außerdem gibt es eine Frostschutzfunktion.
CDE Systems
cde.com
Fazit
Die Wärmenetzsteuerung auf dem Betrieb Ostendarp arbeitet erst seit März 2020. Dennoch ist sich der Nahwärmenetzbetreiber sicher, dass er mit dieser Steuerungstechnik nicht nur eine Grundlastversorgung, sondern sogar eine Vollversorgung der Schule anbieten kann.