Lohnunternehmen Meis im Rückblick: Vielfältiges Angebot statt Spezialisierung
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Gut zu wissen
- Die Kundenstruktur, aber auch die Technik hat sich in dieser Zeit stark verändert.
- Vielseitigkeit ist für Chef Günter Meis wichtig, um auch in Zukunft bestehen zu können.
- Die vierte Generation steht bereits in den Startlöchern.
Lohnunternehmen Meis: Schwieriger Start
Als der heutige Seniorchef Franz Meis gerade erst zehn Jahre alt war, verstarb Anton Meis bei einem Unfall viel zu früh. Der landwirtschaftliche Betrieb wurde zwar von Maria Meis (Mutter von Franz) weitergeführt, mit den Lohnarbeiten war es allerdings vorerst vorbei.
Für Franz Meis stand jedoch fest, das Lohngeschäft nach der Lehre als Landmaschinenmechaniker erneut aufzunehmen. So wurde wieder in Technik investiert: Ein Fordson Super Major mit 52 PS diente ab 1965 als kräftiges Zugpferd für die Welger Hochdruckpresse AP 12 und den Grimme Kartoffelvollernter. Im Jahr 1967 kam mit einem Claas Matador der erste selbstfahrende Mähdrescher auf den Betrieb. „Damals waren die Betriebe kleiner und der Kundenstamm deutlich größer und vielseitiger“, erinnert sich Franz Meis. Sein Sohn Günter, der den Betrieb heute in der dritten Generation führt, ergänzt: „Vom ursprünglichen Kundenstamm ist durch den Strukturwandel noch etwa ein Drittel übrig.“ Der Großteil der Kunden sind viehhaltendene Betriebe. „Insgesamt ist die Fläche auch durch die Bebauung weniger geworden.“
Meis im Mais
Bei Meis wurde dafür bereits früh ein Selbstfahrer eingesetzt, ein kreativer Eigenbau: Ein Claas Mähdrescher SF diente als Basis, ein Mercedes-Motor aus einem Lkw sorgte für die nötige Leistung. Außerdem opferte der Lastwagen sein Getriebe für den Antrieb des zweireihigen Kemper Maishäckslers Duplex. Für einen bescheidenen Fahrkomfort an nassen und kalten Herbsttagen gab es sogar eine Kabine.
„Alte Mähdrescherteile hatten wir genug“, erinnert sich Franz Meis an den Bau. „Einmal gab es einen Motorschaden, in einer Nacht haben wir kurzerhand einen Tauschmotor eingesetzt. Damals wurde noch anders geschraubt.“
Aber nicht nur Mais wurde bei Meis gehäckselt: Auch die als Zwischenfrucht weitverbreiteten Stoppelrüben wurden als Viehfutter bereits mit dem Eigenbau und später auch mit dem Jaguar geerntet. Beide dienten nur als Trägerfahrzeug für einen von Willemsen angepassten Stoppelrübenhäcksler von Holaras aus den Niederlanden. Der Vorsatz war mit eigener Trommel und Auswurf versehen. „Nachdem eine zweite Haspel nachgerüstet wurde, funktionierte die Zuführung der Blätter“, erklärt Franz Meis mit Blick auf das alte Foto.
Und noch etwas zeigt das Bild: Die Abfuhrgespanne haben sich deutlich verändert. Statt einachsiger „Schubkarren“ kommen heute großvolumige Transportfahrzeuge zum Einsatz. „Die ersten Meyco Häckselwagen mit 35 m³ auf dem Hof waren ein gewaltiger Fortschritt“, erzählt Günter Meis. „Den Transport übernehmen unsere Kunden aber nach wie vor überwiegend selbst und mieten sich bei uns die Anhänger.“
Arbeit und mitarbeiten
Heute arbeiten drei Festangestellte im Lohnunternehmen Meis, hinzukommen drei ständige und fünf bis sieben wechselnde Aushilfen. Und mit Niklas Meis steht bereits die nächste Generation in den Startlöchern. Der 17-Jährige absolviert aktuell die Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechaniker — wie sein Vater und Großvater.
Dienstleistung Pflanzenschutz
Den Auftakt im Bereich Pflanzenschutz machte ein Unimog 411 mit einer aufgebauten Platz-Spritze: „Ein handgeklapptes Gestänge, einfache Düsenkörper und keine Kabine — der Komfort für den Fahrer war begrenzt, erzählt Günter Meis mit einem Augenzwinkern. „Der hintere Aufbauraum war aber sehr praktisch."
Ein deutlicher Fortschritt war da schon 1992 eine neue Dammann-Aufbauspritze für einen MB trac 800 mit 1 500-l-Tank und 15-m-Gestänge. Auch in hohen Beständen kann damit noch eine späte Behandlung durchgeführt werden — die Spritze läuft bis heute im Betrieb.
Die Zeit ist bei Meis aber nicht stehen geblieben: Ein Agrifac-Selbstfahrer erfüllt heute alle Anforderungen moderner Betriebe wie 30-m-Fahrgassen und Section Control.
„Hobby“ Mähdrusch
Um bei den Schleppern zu bleiben: Gigantismus war bei Meis nie Thema: Fiat 110-90, New Holland 8360 — bisher hat es kein Topmodell der Hersteller in den Fuhrpark geschafft. „Richtig gute Schlepper waren die Ford 8340“, blickt Günter Meis zurück. „Da gab es 200 gute PS für rund 100 000 DM, und wir konnten noch sehr viel selbst reparieren.“ Heute laufen im Betrieb acht Hauptschlepper von Fendt sowie drei MB tracs.
Gras geben
In den neunziger Jahren war man bei Meis um mehr Schlagkraft in der Grünfutterernte bemüht. Damals noch exotisch: Butterfly-Mähwerke mit über 6 m Arbeitsbreite. Bei Meis wurde ein 7,50 m breites CM 750 von Niemeyer mit einem Claas Jaguar 690 eingesetzt (profi 8/1995). Für die Grasernte wurden damals Ladewagen, Häcksler oder Rundballenpressen eingesetzt — bis heute. Gemäht wird allerdings wieder mit dem Schlepper.
Blick in die Zukunft
Das sehen auch Saskia und Niklas Meis so, mit denen die vierte Generation bereits tatkräftig im Betrieb integriert ist. „Im Laufe der Zeit kamen Körnermais, Corn-Cob-Mix und die Gülleausbringung dazu, dafür fiel beispielsweise die Stoppelrübenernte weg“, hält Günter Meis abschließend fest. „Solche Veränderungen passieren ständig und auch in Zukunft.“