Gebrauchtmaschinenmarkt teuer wie nie zuvor
Von den Grundstückspreisen bis hin zu den Summen, die für gebrauchte Maschinen aufgerufen werden, sind auch in den USA alle Preise gestiegen. Das liegt auch in den Vereinigten Staaten daran, dass die lokalen Hersteller Probleme bei der Beschaffung von Komponenten hatten und die Produktion auch hier teilweise ins Stocken geriet. Unter dem Strich führte das neben einer hohen Nachfrage, die einem geringen Angebot gegenüberstand, zu explodierenden Preise auf dem Markt für Gebrauchtmaschinen.
Marktexperte Greg Peterson — besser bekannt als Machinery Pete — bezieht dazu Stellung: „Der Markt ist überhitzt und weit entfernt von allen Hochs, die wir in der Vergangenheit gesehen haben. So ausgeprägt war die Marktknappheit noch nie. Die Händler haben nur noch wenige Gebrauchte auf dem Hof stehen.“
Bemerkenswert ist auch, dass der Standort der Maschine keine Rolle mehr spielt. War es früher so, dass die Maschinen eher in der Region blieben, ermöglicht der heutige Online-Handel landesweite Geschäfte. Peterson dazu: „Wenn eine gute Maschine an der Ostküste steht und in Midwest gebraucht wird, ist das heute kein echtes Kauf-Hindernis mehr. Auch das treibt natürlich die Preise.“
Besonders gefragt sind zur Zeit junge Maschinen, die zum Teil durchaus auch hohe Stundenstände haben dürfen. Kürzlich wurde z. B. ein John Deere 8360 R mit 6 179 Stunden für 138 750 Dollar (122 600 Euro) verkauft. „Das war der höchste Auktionspreis für einen solchen Schlepper, den wir jemals dokumentiert haben,“ so der Experte.
Die englische Firma „Spread-a-Bale“ ist auf das Auflösen von Großballen spezialisiert. Da die Nachfrage nach kleinen Hochdruckballen auch in England nach wie vor gegeben ist, haben die Tüftler von Spread-a-Bale eine neue Maschine namens „Re-Bale“ entwickelt. Sie nimmt aufgelöste Ballen auf und führt das Material der Pickup der Kleinballenpresse zu. Die Maschine wird von einem angebauten Ballenauflöser oder einer stationären Auflöse-Station beschickt. Besonders gut geeignet sind Maschinen, deren Leitblech das aufgelöste Material direkt nach unten fördert, so lässt sich das Stroh oder Heu nahezu verlustfrei auf das Förderband des Re-Bale übergeben.
Die Breite des Förderbands ist mit 1,38 m angegeben — so passt es gut zu den Pickup-Breiten älterer, aber auch neuer Hochdruckpressen. Die Länge des 480 kg schweren Geräts beträgt 3,30 m. Das Förderband des Re-Bale wird von dem Traktor hydraulisch angetrieben, der für den mechanischen Antrieb der Hochdruckpresse zuständig ist. Für das einfache Umsetzen sind Staplertaschen integriert.
Wachsender Landtechnik-Markt
Auch in Australien boomt der Absatz von Landtechnik. Im November stiegen die Traktorenkäufe landesweit um 21 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Zusammengerechnet liegen die Gesamtverkäufe des Jahres um 28 % über dem Vorjahr und nähern sich in absoluten Zahlen 18 000 verkauften Traktoren an. Alle Leistungsklassen legten zu. Bei Modellen bis 30 kW/40 PS wuchs der Markt um 15 %. Die Traktoren von 30 kW/41 PS bis 75 kW/100 PS stiegen um 13 % an. Um 33 % wuchs das Segment von 75 kW/100 PS bis 150 kW/200 PS.
Spitzenreiter sind jedoch die Traktoren mit mehr als 150 kW/200 PS: Der Anstieg liegt hier bei 51 %.
Der Absatz von Mähdreschern hat sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Erstmals seit 2011 wurden wieder mehr als 1 000 Maschinen in einem Jahr verkauft.
Die Landtechnik-Branche Australiens wächst zur Zeit noch, sieht sich aber zeitgleich mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert. In erster Linie ist das auch hier die Produktversorgung, Teile und Komponenten sind knapp und nicht immer lieferbar.