Gebrauchte Hackstriegel von Treffler: Leichtgewicht mit Rostspuren
Gebrauchte Hackstriegel von Treffler sind eine Rarität. Trotzdem geben wir Ihnen einen Überblick über die technischen Weiterentwicklungen der TS-Serie für den Gebrauchtkauf.
Nur selten sind gebrauchte Treffler-Hackstriegel der TS-Serie bei Händlern oder in Online-Börsen zu finden — und meist sind sie schnell verkauft. Das spricht für die Beliebtheit des Präzisions-Zinkenstriegels, wie Treffler ihn nennt. Speziell Biobauern loben die stufenlose und feinfühlige Einstellmöglichkeit des Zinkendrucks und den geringen Strichabstand von nur 2,8 cm. Der Zinkendruck lässt sich, je nachdem welche Spannfedern eingebaut sind, von nur 100 g auf bis zu 3 oder 5 kg je Zinken erhöhen.
Hydraulische Federspanner
Bei den ersten Baureihen nach dem Serienstart im Jahr 2004 mussten die Drahtseile für die Zinkendruckverstellung noch mit einem Hebel von Hand gespannt werden. Seit dem Baujahr 2009 gibt es eine stufenlose hydraulische Zinkendruckverstellung. Bis 12,20 m Arbeitsbreite ist das eine Wunschausstattung.
Eine Welle vorne am Striegel wickelt die Drahtseile auf und spannt die Federn. Um zu verhindern, dass sich die Drahtseile seitlich verschieben und scheuern, ummantelt Treffler ab Modelljahr 2019 die Welle mit Führungsringen aus Kunststoff.
Das A und O für ein präzises Striegeln empfindlicher Kulturen ist ein gleichmäßiger, geringer Zinkendruck. Dies sollen die 2012 neu eingeführten, optionalen Kombi-Federn bis 600 g Zinkendruck sicherstellen. Das Federsystem kombiniert zwei ineinander verhakte Federn.
Diese Zinken sind wenig abgenutzt. Sie werden über Doppelfedern gespannt.
(Bildquelle: Waidelich)
Hier sind die Zinken stark verschlissen, und es sind die einfachen Spannfedern verbaut.
(Bildquelle: Tovornik)
Bei älteren Modellen wickeln sich die Drahtseile ohne Führung um die Welle.
(Bildquelle: Tovornik)
Zinken für Mulch oder Krusten
Treffler bietet die Federstahl-Zinken ausschließlich mit 8 mm Stärke an. Die Serienzinken sind am Ende um 105 Grad abgewinkelt. Sie arbeiten immer auf Griff und somit aggressiver als die optionalen 120-Grad-Zinken, die senkrecht zur Bodenoberfläche oder schleppend eingreifen. Zu empfehlen sind letztere auf Mulchsaatflächen oder in empfindlichen Kulturen. Für Einsätze auf verkrusteten Böden gibt es gefräste Zinken mit aufgelöteten Hartmetall-Platten.
Eine Besonderheit der Treffler-Striegel ist die Zinkenbefestigung am Rahmen. Sie sind so gelagert, dass sie sich verwinden können. Dazu klemmen Bleche immer zwei Zinken im U-Profil des Rahmens ein. Die Kantung der Lagerbleche hat dafür eine Biegung, die genau zum Durchmesser der Rundstahlzinken passt.
Durch Verschleiß bekommt diese Art der Lagerung mit der Zeit Spiel. Die Zinken fangen dann an, hin und her zu schlackern, was speziell bei der Pflege von empfindlichen Kulturen oder auch Dammkulturen unerwünscht ist. Deswegen haben die Bleche seit 2019 Langlöcher, so dass sich die Zinkenlagerung durch Verschieben des Blechs nachstellen lässt. Die auch nachrüstbaren Lagerbleche kosten 8,70 Euro pro Stück.
Die Tiefenführung der in der Regel im Dreipunkt angebauten Treffler-Striegel übernehmen Stützräder — serienmäßig nur vorne. Zusätzlich können hinten am Rahmen pendelnd gelagerte Stützräder montiert werden. Damit ist eine zuverlässige Höhenführung des Striegelrahmens parallel zur Bodenoberfläche möglich.
Die Spurweite der Stützräder lässt sich durch Verschieben der Klemm-Manschetten auf dem Rahmen einstellen. Das ist einerseits schön. Andererseits zeigen vor allem ältere Treffler-Striegel hier deutliche Verschleißspuren am Lack des Rahmens. Das Problem: Die Stützradhalterungen wandern, wenn die Klemmschrauben auf dem Rahmenprofil nicht zuverlässig halten.
Auch bei diesem bislang wenig gebrauchten Gerät sieht man schon Lackbeschädigungen neben der Stützradhalterung.
(Bildquelle: Tovornik)
Dieses Stützrad hatte wohl schon Kontakt mit einem Hindernis. Kontrollieren Sie auch, ob der Rahmen ebenfalls verzogen ist.
(Bildquelle: Tovornik)
Die Pendelstützräder bleiben während der Striegelarbeit nicht immer dort, wo sie sollen.
(Bildquelle: Tovornik)
Elektronische Optionen
Bei wechselndem Boden und empfindlichen Kulturen ist eine exakte Tiefenführung des Zinkeneingriffs wichtig. Um dies zu gewährleisten, gibt es seit 2017 auf Wunsch eine elektronische Arbeitstiefenregulierung, die den Zinkendruck automatisch an die Bodenbedingungen anpasst. Dafür sind an zwei Zinken Drehwinkelsensoren angebracht, die die Zinkenauslenkung messen. Aus den Messwerten ermittelt die Elektronik den nötigen Zinkendruck.
Bei den Striegeln über 3 m Arbeitsbreite sind die Seitenteile hydraulisch klappbar — nicht nur für den Straßentransport, sondern meist können die Geräte auch mit eingeklappten Seitenflügeln arbeiten. So lassen sich mit ein und demselben Striegel verschiedene Arbeitsbreiten in der Praxis realisieren. Auch einseitiges Einklappen ist möglich.
Für das getrennte Klappen der rechten und der linken Seite sind zwei dw-Steuerventile nötig. Hinzu kommt ein drittes für die hydraulische Zinkendruckverstellung. Mit nur einem dw-Steuergerät kommt die Hydraulik des Striegels aus, wenn die E-Box installiert ist.
Die Ansprüche der Striegel an die Schlepperleistung sind gering. Denn die Treffler-Striegel sind vergleichsweise leicht. Der 6,20 m breite TS 620 wiegt laut Hersteller nur 750 kg, der TS 920 je nach Ausstattung maximal 1 250 kg. Zum Ziehen sind nur 60 bzw. 65 PS erforderlich.
Die TS-Striegel mit mehr als 3 m Arbeitsbreite können auch mit eingeklappten Seitenteilen eingesetzt werden.
(Bildquelle: Waidelich)
Bild links: Die elektrohydraulischen Ventile vereinfachen die Bedienung… Bild rechts: … z. B. über einen Bordcomputer mit Folientasten...
(Bildquelle: Waidelich, Schönbein)
…oder wie hier mit Kipphebeln. So ist das Klappen der Seitenteile und die Zinkdruckverstellung mit einem dw-Ventil möglich.
(Bildquelle: Waidelich)
Gerissene Nähte
Aber — das zeigen gebrauchte Treffler-Striegel, die schon viel gearbeitet haben — die Rahmen halten Kollisionen mit Hindernissen (Steine, Pfosten oder Baumstümpfe) nicht gut aus. Bei vielen Geräten wurde an verschiedenen Stellen des Rahmens bereits geschweißt.
Sollten Sie also bei Ihrer Suche nach einem gebrauchten Treffler-Striegel auf nachgeschweißte Nähte stoßen, kontrollieren Sie, wie gut diese ausgeführt wurden und ob der Rahmen nicht verzogen ist. Des Weiteren rosten die Lager der Stützräder manchmal fest, vor allem wenn die Geräte längere Zeit im Freien gestanden haben.
Die Standzeit der Standardzinken ist hoch. Dennoch wird das abgewinkelte Ende mit zunehmender Hektarleistung kürzer. Die Standard-Ersatzzinken aus Federstahl kosten 4,90 Euro ohne MwSt. pro Stück. Also müssen Sie z. B. für den TS 620 mit 221 Zinken rund 1 000 Euro einplanen, sollte ein Austausch der Zinken nötig sein.
Mit den Treffler-Striegeln lässt sich präzise arbeiten, Voraussetzung sind die optionalen Pendelstützräder. Der Zinkendruck ist durch Spannen von Federn über Drahtseile einstellbar — möglichst hydraulisch. Für mehr Komfort und Präzision gibt es eine elektronische Zinkendruckregelung. Meist deutlichen Verschleiß und nachgeschweißte Stellen am Rahmen vor allem an den Stützradhalterungen zeigen ältere Geräte.